Bericht zur Volierenführung

 

Knapp 40 Interessierte treffen sich am Samstag 30. Mai 2026 bei schönstem Wetter zur Volierenführung des Ornithologischen Vereins der Stadt Zug (OVZ) - ganz gemäss Tradition bei den Schneeeulen. Hier werden auch die Head-Sets verteilt. Leider macht der Sender mangels Ladung bald schlapp; aber glücklicherweise hat es zwei Sender im Set. Cheftierpfleger Vlatko Zafirovski führt uns um die Fasanerie und macht uns vor allem auf die vielen brütenden Vögel aufmerksam. Im 2025 waren noch Reibungen zwischen unterschiedlichen Vogelarten in den Grossgehegen ein Thema. Dies scheint dieses Jahr mit neuen Zusammenstellungen erfreulicherweise gut behoben.

 

Bei den Waldrappen (auch schon mit zwei brütenden Paaren) vermissen wir dieses Jahr „Knuckle“. Nach einem gut überstandenen Winter 2024/2025 und täglichem Besuch auf der Fasanerie im 2025 bis in den Dezember, musste er in der ersten schweren Kälteperiode im Januar notfallmässig im Tierpark Goldau wiederaufgepäppelt werden. Momentan soll er sich einem Trupp Waldrappe am Comersee angeschlossen haben. Vlatko ist recht skeptisch in Bezug auf einen nachhaltigen Erfolg des Wiederauswilderungsprojekts. Insbesondere, da die Volierenvögel das Zugverhalten erst wieder mühsam und offensichtlich unter grossen Verlusten erlernen müssen.

 

Beim Limikolengehege bestaunen wir (neben den roten Sichlern als Lieblingen der Kinder) die grosse Gruppe der Säbelschnäbler. Trauriger Hintergrund: Wir durften sie „erben“ wegen der Schliesssung der St.Galler Voliere. Ebenso das Paar Austernfischer und Kiebitze.

 

Die Eckvoliere beim Papageienhaus ist auch dieses Jahr wieder ein Highlight. Bei den Bartmeisen tummeln sich bereits 5 frisch geschlüpfte Jungvögel! In der freien Natur ist die früher in Schilfgebieten der ganzen Schweiz sehr verbreitete Art nur noch am Süd-Ost-Ufer des Neuenburgersees mit etwa 80 Brutpaaren anzutreffen Schön, dass wir sie in der Voliere besichtigen können und dass es Nachwuchs gibt. Der OVZ beteiligt sich damit am Erhaltungszuchtprogramm für bedrohte Vogelarten.

 

Wir setzen den Rundgang über die Gehege der Sittiche, Mittel-Beo und Erdtauben fort. Beim Eckgehege des Balistar müssen wir genau hinsehen, um das Paar im schön bewachsenen Gehege zu entdecken. Aber bei uns lebt er gut, im Gegensatz zur äusserst prekären Lage auf seiner Heimatinsel.

 

Wir beschliessen unsern Rundgang beim grossen Beo nach einer knappen und kurzweiligen Stunde. Unsere Präsidentin Annelies Häcki Buhofer dankt allen Beteiligten für das Interesse an den Vögeln und unseren Volieren auf dem Landsgemeindeplatzt. Mit einem kräftigen Applaus bedanken sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die anregende Führung bei Vlatko Zafirovski und dem OVZ.